Stapf

  • Darstellung:

Tiroler Slow Fashion

Wenn es um die Wahl der Oberbekleidung ging, dann wussten die Tiroler Bauern schon seit jeher, in welchen Stoff sie sich am liebsten hüllen: Walk! Das Material ist ein echter Alleskönner - langlebig, unempfindlich und atmungsaktiv – wie gemacht für das Leben in den Bergen. Das Wörgler Traditionsunternehmen Stapf ist seit über sechzig Jahren auf die Fertigung von Pullis, Jacken und Mänteln aus Walk spezialisiert. Mit handwerklichem Können und viel Liebe zum Detail entstehen zeitlose Lieblingsstücke, die alpine Lebenslust, Tracht und Moderne vereinen.

Wolle, Wasser, Wärme und sonst nichts – daraus werden die Strick- und Walkprodukte der Wörgler Traditionsmanufaktur Stapf gefertigt. Die Pullover, Jacken und Mäntel sind Lieblingsstücke für viele Jahre – zeitlos, langlebig und von erstklassiger Qualität. In der regionalen Produktion wird großes Augenmerk auf kurze Wege und Nachhaltigkeit gelegt – und zwar seit Beginn und nicht erst, seit diese „in Mode“ ist.

Wussten Sie, dass die Modeindustrie als einer der größten Umweltsünder überhaupt gilt? Dies liegt nicht zuletzt am Geschäftsmodell von „Fast Fashion“ - auch unter dem Begriff Wegwerfmode bekannt. Was „in“ ist, wechselt oft schneller als die Jahreszeiten. Kleidungsstücke, die unter widrigen ökologischen und sozialen Aspekten sowie in geringer Qualität produziert, zu Billigstpreisen verkauft und nach zwei, dreimaligem Tragen schon wieder entsorgt werden, haben mit verantwortungsvollem Konsum nicht wirklich viel gemeinsam. Vielleicht ist das Thema Nachhaltigkeit gerade aus diesem Grund auch in der Mode schon länger „en vogue“, sogenannte „Sustainable Fashion Labels“ haben sich von ihrem „Schattendasein als Mode für Öko-Freaks“ längst emanzipiert und gelten bei Trendsettern sogar als hip.

NACHHALTIGE MODE, BEVOR DIESE ÜBERHAUPT „MODE“ WAR

Völlig unbeeindruckt von diesen globalen Trends wird im Tiroler Unterland seit 1957 gestrickt und gewalkt: Das Wörgler Traditionsunternehmen Stapf produziert Oberbekleidung – und zwar solche, die nicht nur eine oder zwei Saisons überdauert, sondern Jahrzehnte! Leidenschaft und alte Handwerkskunst gepaart mit kurzen Wegen und sauberer, regionaler Produktion charakterisieren das Tun der Tiroler Kleidermacher – und zwar schon von Beginn an - lange, bevor überhaupt von Nachhaltigkeit in der Mode die Rede war …

WALK: WOLLE, WASSER UND WÄRME – SONST NICHTS!

Ausgangsmaterial für alle Produkte ist beste Shetland- oder Kammgarnwolle, die zum Großteil in Österreich gesponnen und gefärbt wird. Gestrickt wird sie bei Stapf auf der Rundstrickmaschine – entweder schon gleich zu einem fertigen Pullover oder einer Jacke, oder vorerst „nur“ zur weiter verarbeitbaren Meterware. Schleicht sich beim Stricken ein Fehler ein, wird alles wieder aufgetrennt und neu gestrickt, um keine kostbare Wolle zu verschwenden und Abfälle zu vermeiden. 

Als nächstes geht es für den Strick im wahrsten Sinn des Wortes rund: in der Walkerei wird er mit reinem Wasser so lange gewaschen, bis die Fasern verfilzen und sich verdichten. Und hier zeigt sich auch das wahre Können der Wörgler Walker – Pullover oder Jacken werden im XXL-Format gestrickt und erhalten erst durch den Walkprozess ihre endgültige Größe – bis zu 40% laufen die Stücke dabei ein. Wer schon einmal einen geliebten Wollpullover zu heiß gewaschen hat, kann erahnen, wie viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung es bedarf, um zu wissen, wie lange, mit welcher Temperatur und mit wie viel Umdrehungen dies geschehen muss, damit am Ende der Walk aus der Maschine kommt, den man sich vorgestellt hatte- vor allem auch in der richtigen Größe! Das richtige Waschen ist also eine Kunst, die bei Stapf über Jahrzehnte perfektioniert wurde. „Wir haben unseren Strickmeister vor Ort sitzen. So können wir testen, welche Wolle funktioniert, welche Masche gut aussieht, welche Farben wir wählen sollen“, erzählt Irmgard Ponholzer, die seit mehr als 20 Jahren bei Stapf beschäftigt ist.

Bei Meterware wird der Stoff im Anschluss ans Walken getrocknet und in der Bügelpresse gedämpft, bevor er auf Rollen gewickelt zum Zuschnitt gebracht und weiterverarbeitet wird. So entstehen nicht nur reine Strick-Walkwaren, sondern auch Jacken und Mäntel in trendig-funktionellem Materialmix.

REVIVAL FÜR EINEN ALLESKÖNNER

„Früher trug das normale Volk Walk, weil er nicht nur Wind-, Wetter- und Schmutz abweisend, sondern auch langlebig, temperaturausgleichend und atmungsaktiv ist. Walk verstärkt alle positiven Eigenschaften von Wolle“, beschreibt Irmgard die Vorteile des traditionellen Tiroler Bauern- und Trachtenstoffs. Dass er derzeit ein echtes Revival erlebt, liegt nicht nur an den Vorzügen des Materials, sondern wohl auch daran, dass Beständigkeit und Qualität wieder verstärkt nachgefragt werden: „Die Konsumenten verstehen heutzutage den Wert qualitativ hochwertiger Ware und schätzen die Tiroler Handwerkskunst, die wir seit Jahrzehnten perfektionieren“, so die Walk-Spezialistin. „Es gibt Kunden, die kommen zu uns, weil der Stoff ihrer Lieblingsjacke am Ellbogen vor lauter Tragen schon ein bissl dünn geworden ist und fragen, ob wir da einen Patch draufnähen können. Das ist schön zu sehen, dass Menschen eine Jacke auch nach vielen Jahren nicht loslassen wollen, weil sie sich offenbar so wohl darin fühlen.“.

ZUR PFLEGE VON WALK

Die Pflege einer Walkjacke ist denkbar einfach: Lüften Sie Ihre Lieblingsjacke von Stapf aus und bürsten Sie kleinere Verschmutzungen einfach weg. Wenn notwendig, kann Walk mit dem Wollwaschprogramm der Waschmaschine (kalt) oder lauwarm mit der Hand gewaschen werden.